Feeds:
Beiträge
Kommentare

Auckland und drumherum

Da ich nun 6 Monate in Auckland leben werde und schon einiges erfahren habe. Wollte ich euch einbisschen von dieser Stadt erzählen. Auckland ist die größte Stadt in Neuseeland und ist auf der Nord Insel von NZ. Obwohl sie die größte Stadt ist, ist sie aber nicht die Hauptstadt von Neuseeland. Fast jede Familie besitzt oder bewohnt hier ein Häuschen mit kleinem Garten. Hochhäuser gibt es höchstens im Innenstadt bereich. ” City of Sails” nennt der Kiwi seine Stadt. In Auckland leben 1,3 Millionen Einwohner davon sind ca. 1/4 Maori. Maori sind die ersten Menschen die Neuseeland besiedelt haben. Sie kommen ursprünglich aus den nahegeliegenen pazifischen Inseln.

Dies ist der Sky-Tower auf diesem Bild. Ich war da schon ganz oben auf dem Top und habe genüßlich ein Dinner mit den anderen Volunteers gehabt. Es war richtig schön. Der Ausblick von dort oben ist Phantastisch, man kann über 80 km weit sehen und alles sieht so  idylisch aus. In Auckland und um Auckland herum sind Vulkane die vor Jahren aktiv waren und es jetzt nicht mehr sind.

So liebe Leute, jetzt hab ich mal Zeit euch in meinem Blog etwas längeres zu schreiben. Es gibt viel zu erzählen. Ich weiß gar nicht wie ich anfangen soll. Ich erzähle euch mal wie ich am Flughafen angekommen bin. Das Bild rechts ist die Pforte zu Neuseeland. Diese Skulpturen gehören der Maori Kultur an. Als ich durchgelaufen bin wusste ich das ich angekommen bin. Den ganzen Flug über dachte ich, dass ich von der Hohepa Chefin Silke abgeholt werde. Doch als ich ankam suchte ich erfolglos 2 Stunden nach ihr, bis ich die Idee hatte sie mal anzurufen. Aber ich hatte ihre Nummer nicht, ich wusste aber das sie mir mal ne E-mail geschrieben hatte, wo sie ihre Nummer mir mitteilte. Also war ich auf der suche ein Internet Cafe oder sowas ähnliches zu suchen. Ich habe dann auch ganz schnell was gefunden, musste aber ne halbe Stunde warten bis ich dann endlich dran war. Also rief ich sie an, doch ihr Mobil Phone war ausgeschaltet. In diesem Augenblick bekam ich es mit der Angst zu tun. Die planlose Tuba 19 000 km von zuhause entfernt und keine Seele die sie kennt. Dann hab ich es mal versucht in der Hohepa Einrichtung anzurufen. Ich habe dann auch jemanden erreicht, doch ich habe kein Wort verstanden, ausser das mich jemand anders abholt. Ich war irgenwie verzweifelt. Ich wusste ja gar nicht wie die Person aussah die mich abholen sollte. Ich hatte keinen Namen, ich wusste nicht wie sie aussieht und dann einige Minuten später bekam ich dann von der einen Person die mich abholen sollte einen Anruf. Ich war echt glücklich, es gab Hoffnung, dass ich doch irgendwie bei Hohepa ankommen konnte.

Zwei Tage nach dem ich in Neuseeland angekommen bin wurde ich schon zu meiner ersten Party eingeladen, die Hohepa Christmas Party, ich habe so viele neue Leute kennengelernt und die Party war richtig schön. Ich weiß noch dass ich so einen Jetlag  hatte, dass ich nachdem ich einigermaßen klar denken konnte alle nochmal fragen musste wie sie den heißen.  Die Party war übrigens am Samstag, 2 Tage nach dem ich angekommen bin. Am Montag hab ich dann auch angefangen zu Arbeiten. Es ist eine Art Betreutes Wohnen, ich war erst einmal in einem von 4 Häusern gelandet, im Parzival House. Ich habe mit 6 Beeinträchtigen jungen bis gestandenen Männern zusammen. Drei davon haben Autismus und einer Morbus Down (Down Syndrom) und der andere eine geistige Behinderung.  Ich lebe im gleichen Haus, mit ihnen. Es ist auf jeden Fall sehr spannend von morgens bis abends mit ihnen zusammen zu sein und alles zu beobachten. Man lernt mit der Zeit wie sie sind und was sie mögen und was nicht. Die Leiterin von Hohepa in Auckland, also quasi meine Chefin“ Silke“  meinte, “ Es wäre schön wenn ich mit um Andy (Autist) und Kate (Prader-Willy-Syndrom) kümmern würde“, weil ich ja eine abgeschlossene Ausbildung als Ergotherapeutin habe. Ich habe mich dann zuerst mit der Akte hingesetzt und die Akte mal durchgelesen, bzw. das was ich lesen konnte und das was ich verstanden habe in 2 Tagen. Andy ist  ein Autistischer junger Mann der einige Automatismen sich angeeignet hat.  Und Kate ist eine im Prinzip sehr nette junge Frau die eine massive Störung mit dem Essen bzw. mit ihren Essgewohnheiten hat. An manchen Tagen wenn sie sich aufgrund des Essens benachteiligt fühlt, kann es schon sein das sie schon mal ungemütlich werden kann. Aber das ist eine andere Geschichte, ich wollte euch ja eigentlich erzählten was ich von Neuseeland schon alles gesehen habe und was mich hier so beeindruckt oder was ich schon gelernt habe.  Was ich richtig toll fand in der  ersten Woche als ich hier ankam war ein Gipsy Markt, da bin ich dann auch gleich mit der Theresa, einer Volunteerin hier in Hohepa die auch aus Deutschland kommt und einiges jünger ist als ich nämlich 21, hin. Es hat so Spaß gemacht, wir haben Fahrzeuge gesehen die man so in Deutschland nie fahren würde, weil sie einmal zu sperrig wären und zum anderen der TÜV das niemals zulassen würde.

Wir haben ganz tollen schmuck gesehen und waren fasziniert von allem, das war ein echt schöner Tag. Die Erste Zeit in der Arbeit bin ich mit der Maria mitgelaufen, weil ich zum einen ihre Schicht übernehmen sollte, wenn sie im Dezember Hohepa verlässt zum anderen damit ich die Routine so kennenlerne. Wir haben dann sehr schnell gemerkt, dass wir Seelenverwandte sind. Da hat die Faust aufs Auge gepasst. Wir haben wirklich über alles geredet. Und sie meinte, dass sie nun fast ein halbes  Jahr hier ist und sie nicht so öffnen konnte wie die Zeit als ich mit ihr zusammen war. Das war auch für mich eine sehr schöne Zeit. Wir haben über alles geredet, sei es über die Vergangenheit oder das war die Zukunft bringt und was Hohepa und Neuseeland  mit an Veränderungen an uns bringt.  Ich vermisse sie jetzt schon, aber ich werde sie aufjedenfall in Deutschland besuchen.  

Das erste richtige Highlight war für mich das ich mit Theresa und Maria nach Piha gefahren bin. Das war so der Hammer sag ich euch.

Ich hab es von weitem gesehen und konnte mich nicht mehr im Auto halten. Ich wollte unbedingt dass Theresa auf einem  Seitenstreifen hält damit ich doch ein Foto machen konnte. Es war so atemberaubend schön, es war so ein schönes und Warmes Gefühl das ich bekommen habe, dass ich fast angefangen hätte zu weinen, ( kommt noch) wir fuhren dann weiter Richtung Piha Beach und parkten direkt vor dem Strand und wir stiegen aus und ich rannte sofort Richtung Wasser. Es war so schön und machte sofort Fotos und ein Video wo ich herumspringe und ich vor Freude herum hüpfe. Es war gehen Abend, deshalb konnten wir nicht so lange bleiben weil es am Abend so kalt geworden war. Es war aber trotzdem eine  der ersten schönen Erlebnisse für mich.  Einige Tage später bin ich dann mit der Theresa nochmals zum Piha Strand gefahren, wir sind ganz früh am Morgen aufgestanden und haben unsere Lunch Box vorbereitet und noch gefrühstückt und sind dann losgefahren. Wir haben uns nochmal alles genauer angeschaut und erkundet. Als wir ankamen war “low tide” d.h. Ebbe. Wir konnten also problemlos über die Felsen durch den Sand auf die andere Seite des Lion Rocks laufen. Dort angekommen war ich erstmal von soviel Schönheit und Natur überwältigt. Ich bin herum getanzt und hab mich so gefreut das ich das alles erleben darf, es kam mir so vor als wäre ich in einem schönen Traum.

Dann auf dem Weg zum Auto ist es passiert. Bevor wir wieder Richtung Auto laufen konnten mussten wir über einige große Felsen. Es ist echt nicht einfach so über sie rüber zulaufen. Ich habe mich also die ganze Zeit über darauf konzentriert wie ich ohne Kratzer oder Brüche über diese gefürchtete Felsenlandschaft herüber komme. Ich hatte schon 3/4 davon geschafft als es passiert ist, ich hab an einem Felsübergang mein Gleichgewicht verloren und bin sehr unglücklich gestolpert. Ich spürte wie  mein Handgelenk immer mehr Druck bekam und ich mein Gewicht nicht anders verteilen konnte und ich hörte es knacken. Da dachte ich, “Tuba du bist jetzt grad Mal ne Woche in Neuseeland und schon brichst du dir das erste Mal in deinem Leben deine Knochen”, ich war erstmal richtig sauer auf mich. Jetzt musste ich schauen das ich so schnell wie möglich zum Arzt komme. Ich lag da erst mal 5 min. ich habe nach Hilfe gerufen aber niemand hat mich gehört. Irgendwann habe ich es aber doch mit eigener Kraft geschafft mich aus meiner unglücklichen Lage herauszubringen. Ich hatte schon etwas schmerzen, also ich tat was eine gute Ergotherapeutin in solch einer Situation tut. Ich hab mich selbst verarztet, ich nahm also meine Jacke und machte daraus ein Dreieckstuch und lagerte mein Handgelenk in 30° Stellung. Ich hatte keine Sensibilitätsstörungen oder etwas anderes. Ich atmete tief ein, nachdem ich endlich mein Arm verarztet habe bin ich Richtung Theresa gelaufen. Ich machte ihr klar das ich mein Handgelenk gebrochen habe und das wir so schnell wie möglich zum Arzt müssen. Im ersten Augenblick nahm sie mich gar nicht ernst sie lachte und meinte dann ” Meinst du das im ernst” ich sagte “ja”. Sie stand mit großen Augen vor mir und konnte kein Wort mehr sagen. Es hat einweilchen gedauert bis sie dann total hibbelig geworden ist und meinte, dass es hier bestimmt eine Klinik gibt. Der Strand Piha ist eines der gefährlichsten West Coast Strände, weil die Wellen und die Strömung so stark sind. Also sind wir zu einer Orthopädischen Klinik gefahren, keine 2 Minuten entfernt von hier. Man konnte mir aber leider nicht helfen. Das war natürlich nicht so toll, meine Schmerzen wurden immer doller und doller. Ich bekam aber zum Glück ne Schmerztablette und einen guten Tipp wo wir hinfahren könnten. Wir sind dann so schnell wie möglich Richtung Krankenhaus in Henderson gefahren. Ich hab mich angemeldet und es ging schon los. Ich wurde erstmal mit Bemitleidenden Blicken überhäuft, weil ich in der ersten Woche hier schon mein Handgelenk gebrochen habe. Ich ging also zum X-Ray und es stellte sich tatsächlich heraus das ich einen Splitterbruch am distalen ende des Radius habe.

Hallo alle zusammen

Ich heiße Tuba Tosun bin 27 Jahre alt und lebe in der nähe von Stuttgart. Zur Zeit bin ich Neuseeland und arbeite mit Menschen die eine  körperliche oder geistige Beinträchtigung haben. Die Einrichtung in der ich arbeite heißt Hohepa, es gibt viele davon in NZ. Ich bin in der Hohepa Auckland. Ich arbeite 5 Tage die woche und kümmere mich um die Bewohner. Ich lebe übrigens mit ihnen zusammen unter einem Dach. Ich habe mich für einen Auslandsaufenhalt entschieden, weil es immer ein Traum von mir gewesen ist ins Ausland zugehen. Doch ich habe es erst mit 26 Jahren geschafft ins Ausland zu gehen. Ich hätte es aber nicht geschafft wenn mein Freund mir nicht die Seelische und Materielle Unterstützung gegeben hätte.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.